Welcome Dinner

Die Idee ist die Kontaktherstellung zwischen Göttingern und Zugewanderten oder Geflüchteten. Auf der einen Seite gibt es viele Göttinger, die sich engagieren wollen und sich wünschen, mit Zugewanderten und Geflüchteten in Berührung zu kommen. Auf der anderen Seite gibt es ebenso viele Neuankömmlinge, die Deutsch lernen möchten und in ihrer neuen Heimat Anschluss suchen. Der Plan ist, beide Seiten durch ein gemeinsames Essen zusammenzuführen, um ein multikulturelles Miteinander zu schaffen – Göttinger laden Zugewanderte und Geflüchtete zu sich nach Hause zum Essen ein und verbringen mit Ihnen eine gemeinsame Zeit.
Das Projekt stammt aus Schweden und wird mittlerweile in vielen Städten Deutschlands erfolgreich umgesetzt. Wir finden die Idee hat Potenzial und wünschen uns, dass auch Göttingen ein Teil davon wird.

GastgeberIn kann jeder sein! 
Egal ob alt oder jung, viel oder wenig Platz: Fremde zu sich nach Hause zum Essen einzuladen ist eine wunderbare Geste der Gastfreundschaft.

 

Mehr Infos hier: http://welcomedinnergoe.blogspot.de/

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Menschenkette zum Tag der Menschenrechte – Aufruf des Lampedusa-Bündnisses

Das Lampedusa-Bündnis möchte mit Interessierten und Engagierten gemeinsam am 10.12. zum Tag der Menschenrechte in Göttingen aktiv werden. Auch wenn aktuell weniger Flüchtlinge als 2015 Deutschland erreichen, versuchen die Menschen nach Europa zu kommen. Dabei werden ihre Lebensbedingungen immer weiter verschlechtert, sind allein in den letzten 12 Monaten über 4.000 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Das Mittelmeer ist zum Meer der Toten geworden, die EU verweigert ihre Hilfe, Abschottung und Rückschiebungen sind an der Tagesordnung.

Am 10.12. wollen wir ein Zeichen setzen: Wir wollen eine Menschenkette in der Fußgängerzone (Innenstadt) bilden und die Namen von ertrunkenen oder auf andere Art ums Leben gekommenen Geflüchteten mit uns führen.

Wir wollen an sie erinnern und für eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik eintreten. Wir wollen zeigen, dass wir – das Lager des Willkommens, der Solidarität und des Antirassismus – eine der größten sozialen Bewegungen Deutschlands sind,  auch wenn in den Medien die Berichterstattung über Pegida und AfD einen deutlich größeren Raum einnimmt.

Wir wollen zeigen, dass die Willkommenskultur nicht tot ist! Dazu brauchen wir euch alle. Auch  Flüchtlinge und Migrant*innen und ihre Organisationen sind herzlich eingeladen, mit uns gemeinsam diesen Aktionstag zu begehen. Gerne diskutieren wir auch über eure Vorschläge für diesen Tag. Dazu laden wir euch alle ein und sind auch darauf angewiesen, dass ihr wiederum als Multiplikator*innen tätig seid.

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Förderung von Kulturmaßnahmen mit geflüchteten Frauen

Das Paritätisches Bildungswerk Bundesverband e.V. kann ab dem 15.8.2016 bis zum 31.12.2017 Kulturmaßnahmen mit geflüchteten Frauen im Alter von 18-26 Jahre mit insgesamt 600.000 € fördern. Es handelt sich um eine 100%tige Förderung, die im Auftrag des Bundesbildungsministeriums im Programm „Kultur macht stark“ vergeben wird.

Unter dem Titel „Frauen iD“ können regionale Bündnisse für Bildung, die aus dem gemeinnützigen Antragssteller und mindestens zwei Partnerorganisationen bestehen, Anträge stellen. Ziel ist es, das Selbstwertgefühl und die Selbstlernkompetenzen der geflüchteten Frauen „in Deutschland“ („iD“) durch kulturelle Bildungsangebote zu fördern.

Gefördert werden Kulturangebote aus allen Sparten wie Malerei, Theater, Musik, Tanz und angewandte Kunst. Die Angebote finden in Form von geschlechtshomogenen Gruppen mit mindestens acht teilnehmenden Frauen im Umfang von 20 bis zu 160 Unterrichtstunden statt. Sie werden von weiblichen Fachkräften aus Kunst und Pädagogik geleitet.  Ehrenamtliche Mentorinnen übernehmen in den Angeboten Vorbild-, Austausch- oder Helferfunktionen und unterstützen die teilnehmenden Frauen darin, ihre Fluchtsituation oder Rollenbilder künstlerisch zu reflektieren und persönliche Perspektiven in der Aufnahmegesellschaft zu entwickeln. Abschluss der Projekte ist eine öffentliche Präsentation der gemeinschaftlich geschaffenen Werke.

Die Bündnisse setzen sich z.B. zusammen aus Betreuungsorganisationen vor Ort, Familienzentren, Jugendämtern, Jugendbildungswerken sowie lokalen Kooperationen der bürgerschaftlichen Flüchtlingshilfe oder auch MigrantInnenselbstorganisationen, Mehrgenerationenhäusern, Kirchengemeinden, Nachbarschaftszentren und Organisationen, die Frauen fördern.

Ansprechpartnerin: Indre Bogdan, 

Telefon: 030/24636-475, E-Mail: bogdan@pb-paritaet.de

www.frauen-id.de

Zum Antragssystem https://foerderung.buendnisse-fuer-bildung.de/massnahmebeschreibung/119/

 http://www.buendnisse-fuer-bildung.de/de/foerderrichtlinie-erwachsene-fluechtlinge-753.php

PS.: Für 12-18jährige Geflüchtete können sie hier www.jep-kultur.de eine Förderung beantragen.

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Kongress: VERTRAUEN, OFFENHEIT & MUT – BAUSTEINE FÜR EIN GUTES ZUSAMMENLEBEN

Vertrauen, Offenheit, Mut – so lautet das Thema des XVII. Bildungskongresses, der am 11./12. November 2016 im ZHG der Universität Göttingen stattfindet. Erwartet werden 800 Gäste, überwiegend aus Niedersachsen. Die Schirmherrschaft hat Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, Präsidentin der Georg-August-Universität Göttingen, übernommen. Sie schreibt in ihrem Grußwort:

Das Motto, unter dem der XVII. Göttinger Kongress für Erziehung und Bildung steht, ist heute wichtiger denn je. In der aktuellen gesellschaftlichen Situation in Deutschland und in der Welt braucht es ganz besonders Vertrauen in die andere oder den anderen, aber auch Vertrauen in sich selbst und seine eigenen Stärken. Es braucht Offenheit gegenüber Neuem und gegenüber anderen Lebensweisen. Und es braucht Mut, um die eigenen Stärken zu nutzen, um sich für andere einzusetzen und um populistischen Haltungen entgegenzutreten.“

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Offenes Café für geflüchtete Mädchen* und Frauen*

Es ist soweit: Am Dienstag den 1.11.2016 wird bei kore e.V. in der Berliner Straße 1 zum ersten Mal ein offenes Café für geflüchtete Mädchen* und Frauen* stattfinden.
Dienstags von 14-17 Uhr steht die Tür des Cafés offen, um sich kennenzulernen und auszutauschen, um gemeinsam zu essen, Spaß zu haben und Infos auszutauschen.
Daneben bietet kore einen Wlan Zugang und PC zur Internetnutzung. Auch Ausflüge oder Beratungen sind möglich.
„Es wird höchste Zeit, dass es in Göttingen einen eigenen Raum für geflüchtete Mädchen* und Frauen* gibt, den sie selbst gestalten können und in dem im lockeren Rahmen Fragen und Probleme geklärt werden können. Wir sehen darin eine wichtige Erweiterung unserer Mädchen*- und Frauen*arbeit und hoffen auf rege Beteiligung“, meint Simone von kore e.V.
Alles weitere wird sich in den ersten Wochen zeigen. Die Möglichkeit eines Abholservice besteht. Dafür kann man sich unter cafe@kore-goettingen.de melden.
Ansprechzeit ist donnerstags von 14-16 Uhr, unter 0551 57 453 oder persönlich.

Kore e.V.
– Frauenbildung, Sozialberatung, Mädchenarbeit –
Berliner Straße 1
37073 Göttingen
Tel. 0551- 5 74 53
www.kore-goettingen.de

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Patenschaftprogramm „Menschen stärken Menschen“

Die Suche nach einem Arbeitsplatz, das Lernen einer neuen Sprache oder den Durchblick im Behördendschungel bekommen: Gemeinsam kann vieles gelingen, was alleine nur schwer möglich ist. Deswegen bringt der Caritasverband Göttingen geflüchtete Menschen mit Menschen, die schon länger in Deutschland leben, zusammen. Im Rahmen des Patenschaftprogramms „Menschen stärken Menschen“ vermittelt die Caritas je nach Interesse und Bedarf den Kontakt zwischen Ehrenamtlichen und Geflüchteten.

Die so gefundenen Tandems lernen sich im persönlichen Kontakt kennen. Die Patenschaften sind vielfältig: Gesucht werden Ehrenamtliche, die mit Geflüchteten eine Wohnung suchen oder Behördengänge machen, sie beim Deutsch lernen unterstützen. Dabei sollten die Ehrenamtlichen 1-2 Stunden Zeit pro Woche mitbringen. Ziel ist es, eine dauerhafte Partnerschaft auf Augenhöhe zu etablieren. Dabei bekommen auch die Patinnen und Paten Einblicke in eine andere Kultur: Anderes Essen, Musik, Sprache, Feste und Religion bereichern den interkulturellen Horizont.

Die Caritas steht während der gesamten Dauer der Patenschaft als Ansprechpartnerin beratend zur Seite: Sie gibt praktische Tipps, stellt Räume für Freizeitaktivitäten zur Verfügung und berät in Fragen des Asyl- oder Arbeitsrechts.

Kontaktdaten: Katharina Kohlrautz, Caritas Göttingen

kohlrautz@caritas-goettingen.de, 015126557689

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Nachlese des “Cross Culture”-Thementags in der musa am 7. September

Am 7. September fand der “Cross Culture”-Thementag des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur in Kooperation mit dem Kulturzentrum musa statt. Den ganzen Tag widmeten sich verschiedene Vor- und Beiträge der Frage, wie der regionale Kulturbetrieb mit den Veränderungen durch Migration und Flucht, Internationalisierung und Transkulturalität umgehen kann. Die Begrüßungsrede hielt Birgit Sacher vom Integrationsrat. Nachfolgend lesen Sie ihre Rede zur Eröffnung des “Cross Culture”-Tages:

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Buntes Göttingen – Ein Aufruf des Oberbürgermeisters

Im Folgenden lesen Sie einen Aufruf des Oberbürgermeisters Rolf-Georg Köhler (SPD)
“Sehr geehrte Damen und Herren,
 
in der letzten Zeit gab es immer wieder Mahnwachen rechtsgerichteter Organisationen. Göttingen distanziert sich ausdrücklich von diesen Gruppen und ihrer menschenverachtenden Gesinnung.
Als Zeichen für ein offenes, gewaltfreies und tolerantes Göttingen hat der Rat der Stadt mich als Schirmherrn beauftragt, mit allen Bürgerinnen und Bürgern im Schulterschluss mit allen demokratischen Kräften in der Stadt ein Fest ‘Buntes Göttingen’ kurzfristig organisieren zu lassen.
 
Das Fest ‘Buntes Göttingen’ soll am Samstag, den 01.10.2016, von 10.00 Uhr  bis 13.00 Uhr auf dem Marktplatz von dem Alten Rathaus stattfinden. Diese Veranstaltung soll als Auftakt für regelmäßige Aktionen dieser Art verstanden werden.
 
Hierfür suchen wir noch Interessierte, die an diesem Fest etwas Künstlerisches darbieten, sich selbst als Organisation/Verein/Verband o.ä. darstellen oder einfach nur zeigen möchten, dass antidemokratische Kräfte und Fremdenfeindlichkeit in Göttingen keinen Platz finden dürfen. 
 
Ein Bühnenwagen mit Technik wird gestellt. Das Programm wird nach Eingang der Zusagen zusammengestellt. Leider können keine Gagen gezahlt werden. Die Stadt hofft auf ein buntes und umfangreiches ehrenamtliches Engagement.
 
Wenn Sie oder Ihre Organisation/Verein/Verband o.ä. sich an einem ‘bunten Göttingen’ beteiligen möchten, dann melden Sie sich bitte bei
 
Stadt Göttingen
Referat des Oberbürgermeisters
Repräsentationen und Internationale Beziehungen
Janine Körber
Tel.: 0551/ 400-5001
 
Bitte geben Sie eine Rückmeldung bis zum 21.09.2016, ob und in welcher Weise Sie sich beteiligen möchten.
Auch Spenden, welche ausschließlich für den Zweck  ‘Buntes Göttingen’ verwendet werden, sind willkommen (Sparkasse Göttingen, Kto.-Nr. 42, BLZ 260 500 01, IBAN: DE56 2605 0001 0000 0000 42).
Eine Spendenquittung kann selbstverständlich ausgestellt werden.
 
Ich hoffe auf eine große Beteiligung.
 
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
 
Rolf-Georg Köhler
Oberbürgermeister”

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Theater: HILFE! Ein Stück über Grenzwerte von Sophie Diesselhorst

Gibt es ein „Zuviel des Guten“? Oder ist das nur ein weiterer perverser Gedanke unserer überfressenen Wohlstandsgesellschaft? Bei der Flüchtlingshilfe gab es (zum Glück) in Deutschland viele Menschen, die in ihrer Hilfsbereitschaft nicht auf Obergrenzen für das Gute geachtet haben. Was sie aber immer wieder und ohnehin an ihre eigenen Grenzen kommen ließ… Die Schauspieler*innen des Theaterstücks HILFE! aus Irak, Syrien, Balutschistan und Deutschland vermessen den Unterschied zwischen dem Angemessenen und der Anmaßung.
Inhalt
Die „Flüchtlings-Herausforderung“ hat Ann-Marie kreativ inspiriert und endlich hat sie die Art von Hunger, die gestillt werden kann. Timo, ihr Weggefährte an der Willkommensfront, verzettelt sich so liebenswert wie aktionistisch zwischen Ja und Ja- Sagen und betrinkt sich im unpassenden Augenblick. Azar aus Syrien will eigentlich nur wissen, was „der Brief“ bedeutet und muss dafür zur Hobbypsychologin, eine Geschichte erfinden, Thanksgiving feiern so wie Ausdruckstanz und Fahrrad fahren lernen. Sie alle und ein paar weitere so oder so Betroffene begegnen und verpassen sich im Grenzbereich zwischen gut gemeint und gut gedacht. Das ist lustig und tragisch, peinlich und falsch. Aber auf jeden Fall (auf)richtig.
Allgemeine Informationen unter www.boat-people-projekt.de

Premiere: 24.09.2016 / 19.30 Uhr / Theater im ehemaligen IWF (Nonnenstieg 72) in
Göttingen. 

Weitere Vorstellungen 30.09. / 02.10. / 29.10. / 30.10. / 25.11. / 26.11. /
27.11.2016 jeweils 19.30 Uhr im Theater im ehemaligen IWF sowie am
05.04. / 07.04.2017 um jeweils 19.30 Uhr im Pavillon im Theater in Hannover
Kartenvorverkauf unter www.reservix.de, an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie
an der Abendkasse (9€/15€ in Göttingen, Ticketverkauf für Hannover folgt später)

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Patentreffen mit Vortrag

Engagierte sind herzlich eingeladen am nächsten Paten- und Begleitertreffen am kommenden Dienstag 13.9. um 18:30Uhr bei der Caritas Göttingen (Godehardstr. 18) teilzunehmen. Informiert wird über das aktuelle Patenprogramm der Caritas in Zusammenarbeit mit der Bonveno gGmbH.  Dr. med. Peter Zürner wird ein Impulsreferat zum Thema „Was sind Symptome der Traumatisierung und wie gehe ich damit um?“ halten, gefolgt von genügend Zeit zum Austausch zwischen Paten, Begleitern, Interessierten und uns Ehrenamtskoordinatorinnen.

Die Suche nach einem Arbeitsplatz, das Lernen einer neuen Sprache oder den Durchblick im Behördendschungel bekommen: Gemeinsam kann vieles gelingen, was alleine nur schwer möglich ist. Deswegen bringen der Caritasverband Göttingen und die Bonveno gGmbH geflüchtete Menschen mit Menschen, die schon länger in Deutschland leben, zusammen. Im Rahmen eines Patenschaftprogramms vermitteln unsere Ehrenamtskoordinatorinnen je nach Interesse und Bedarf den Kontakt zwischen Ehrenamtlichen und Geflüchteten.

Die so gefundenen Tandems lernen sich im persönlichen Kontakt kennen. Die Patenschaften sind vielfältig: Gesucht werden Ehrenamtliche, die mit Geflüchteten Behördengänge oder Arztbesuche machen, sie beim Erlernen der Sprache oder im Alltag unterstützen. Dabei sollten die Ehrenamtlichen 1-2 Stunden Zeit pro Woche mitbringen. Ziel ist es, eine dauerhafte Partnerschaft auf Augenhöhe zu etablieren. Dabei bekommen auch die Patinnen und Paten Einblicke in eine andere Kultur: exotisches Essen, Musik, Sprache, Feste und Religion bereichern den interkulturellen Horizont.

Die Ehrenamtskoordinatorinnen stehen während der gesamten Dauer der Patenschaft als Ansprechpartnerinnen beratend zur Seite.

Es freuen sich auf Sie

Katharina Kohlrautz, Caritas Göttingen – Projektleitung, Godehardstraße 18, 37081 Göttingen, Tel.: 01512/6557689, E-Mail:  kohlrautz@caritas-goettingen.de

Yana Breindl, Bonveno – Koordination Ehrenamt, Nonnenstieg 72, 37075 Göttingen, E-Mail: y.breindl@bonveno-goettingen.de

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Verbraucherschutz für Geflüchtete

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat neue Infoblätter in englischer und deutscher Sprache zu den Themen „Rundfunkbeitrag für Flüchtlinge“ sowie „wichtige Aspekte für Flüchtlinge bei Telefon und Internet“ auf ihrer Website veröffentlicht. Außerdem werden kostenfreie Musterbriefe bzgl. des Rundfunkbeitrages zur Verfügung gestellt.

Infos zum Rundfunkbeitrag

Infos zu Telefon und Internet

Weitere Infos zum Verbraucherschutz für Geflüchtete

 

Für Fragen um das Thema Verbraucherschutz für Geflüchtete wenden Sie sich bitte an den Projektkoordinator Marvin Momberg.

Kontakt:

Verbraucherzentrale Niedersachsen e.V.

Langer Hof 6
38100 Braunschweig
Tel.: (0531) 61 83 10-30
m.momberg@vzniedersachsen.de

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Offener Treff im Caritas-Centrum – Ehrenamtliche gesucht!

Der „Offene Treff für Flüchtlingskinder und interessierte Kinder“ im Caritas-Centrum St. Godehard sucht weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für die regelmäßigen Termine jeden 1. und 3. Samstag im Monat.
Auf dem Programm stehen immer Hausaufgabenbetreuung und spielerisches Lernen zwischen 10 und 13 Uhr. Das Angebot richtet sich an Kinder zwischen 6 und 12 Jahren. Interessenten melden sich bitte bei:
Barbara Matusche unter Telefon: 05 51 / 9 99 59 13

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Theaterstück: „Asylant im Wunderland“ Zwischen Wunschdenken und Wirklichkeit deutscher Flüchtlingspolitik

Sonntag, 04. September, 19:00h Junges Theater

Das Stück „Asylant im Wunderland“ von Theater odos ist eine Satire auf den Umgang Deutschlands mit seinen Flüchtlingen.

Hier prallen schwarzhumorig Wirklichkeit und Wunschdenken aufeinander. „Gerade wegen der Pegida-Demonstraten in Dresden und anderen Städten betonen Politiker die Wichtigkeit vom Zuzug gut ausgebildeter Flüchtlinge“, sagt Regisseur und Autor Heiko Ostendorf. „Die guten sollen bleiben, die schlechten nicht.“

Die beiden Schauspieler Johanna Kollet und Jörg Schulze-Neuhoff schlüpfen abwechselnd in die Rollen der Beamten und der Flüchtlinge. Dabei halten sie der Politik den Spiegel vor.

Denn in Deutschland werden Asylbewerber nur sehr selten glücklich, weiß Ostendorf nach Gesprächen mit Flüchtlingen und umfangreichen Recherchen. “Selbstmorde in deutschen Flüchtlingslagern sind keine Seltenheit, denn Flüchtlinge haben in diesem Land kaum Perspektiven.”

Entschuldigung, darf ich…“, mit diesen Worten versuchen zwei seltsam ausschauende Beamte am Flughafen Flüchtlinge mit Blumen willkommen zu heißen. Doch die Begrüßungszeremonie endet noch, bevor der Satz zu Ende gesprochen werden kann. Denn die Flüchtlinge winken ab. Das ist ein großes Problem für die beiden Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, weil Deutschland dringend Fachkräfte benötigt.

Und so beißen sich die beiden Beamten in dem Theaterstück an den Flüchtlingen im Flughafen die Zähne aus. Sie haben die deutschen Massenunterkünfte kennen gelernt, haben die gesetzlichen Einschränkungen am eigenen Leib erfahren. Für sie ist Deutschland die Hölle, in der sie untergehen, statt aufzuleben. “In der Satire haben sie endlich die Stimme und die Kraft, den Beamten Paroli zu bieten. Und das ist dringend notwendig”, sagt der Regisseur.

Vorverkauf Junges Theater, Tel. 0551-495015, Eintritt 12,-/erm.10 €

 Eine Kooperationsveranstaltung von KAZ und Integrationsrat Göttingen

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Neues vom Nonnenstieg – Ein Lagebericht

Nachfolgend lesen Sie einen Bericht von Yana Breindl (Bonveno) für Engagierte und Interessierte:

“Ursprünglich war das ehemalige IWF Gebäude für 150 Bewohner vorgesehen. Durch den Mangel an Wohnungen und die zahlreiche Ankunft von Geflüchteten im letzten Jahr, haben wir teilweise über 220 Bewohner beherbergt. In den letzten Monaten wurden neue Unterkünfte eröffnet, teils betreut (Siekhöhe durch den DRK, Europaallee seit Juli durch Bonveno), teils betreut durch die SozialarbeiterInnen der Stadt (z.B. Schützenanger). Viele Bewohner haben auch Wohnungen gefunden die durch die Stadt vermittelt wurden, und oft auch durch Ehrenamtliche Helfer im privaten Wohnungsmarkt. Zur Zeit wohnen 140 Bewohner im Nonnenstieg 72, 24 davon sind Frauen und 21 Minderjährige.

Durch Spenden, Bonveno und die Stadt Göttingen wurde ein normgerechter Spielplatz hinter dem Gebäude errichtet. Dieser verfügt über eine Schaukel, einen Sandkasten und eine Rutschkombi. Bänke sind noch in Planung. Es wird eine Einweihungsfeier geben, um sich bei den Spendern zu bedanken. Des Weiteren gibt es nun einen gesonderten VDSL-Internet Anschluss für die Bewohner. Wir warten noch auf einige Baumaßnahmen, um Kabelschächte wieder in Betrieb zu nehmen, damit die Freifunk Initiative den Anschluss bestmöglich für alle Bewohner/-innen optimieren kann. Die Bewohner werden dann die Möglichkeit haben Router gegen Pfand zu erwerben, um auch in Ihren Zimmern eine gute Internetverbindung zur Verfügung zu haben. Vielen Dank an dieser Stelle für den immer engagierten Einsatz von Freifunk.

Im Gebäude selbst hat sich auch einiges getan: es gibt einen Jugend- und Kunstraum, indem gezielt Projekte für Jugendliche und Kunstprojekte für Frauen und Männer stattfinden. Des Weiteren wird im Moment das alte Kino (Raum über der Auffahrt) renoviert. Der Raum wurde durch die Stadt zusätzlich angemietet und soll als Bewegungsraum für die Bewohner genutzt werden. Der Brandschutz und die Elektronik wird vom Eigentümer instand gesetzt, den Innenausbau übernimmt Bonveno.

Die meisten Bewohner besuchen Integrationskurse oder ähnliche Maßnahmen je nach Aufenthaltsstatus. Viele sind in der Stadt angekommen. Wir dürfen auch immer wieder Neuankömmlinge begrüßen, wobei die meisten bereits vorher im Stadtgebiet Göttingen wohnhaft waren.

Viele ehrenamtliche Angebote finden weiterhin in der Unterkunft statt. Einige Gruppen sind nach den Sommerferien dabei sich neu zu sortieren, manche Angebote müssen auf den Bedarf geprüft werden, daher kann ich im Moment noch keine genaue Übersicht der Angebote weiterleiten. Diese ist jedoch in Arbeit und ich freue mich über Ankündigungen von Veranstaltungen oder regelmäßigen Treffen, die für alle von Interesse sein könnten.

An dieser Stelle ein Aufruf der Gruppe „Begleitung und Netzwerk“, die am kommenden Montag 29.8, 19Uhr im blauen Salon eine Infoveranstaltung zum Thema „Patenschaften / Begleitungen“ organisiert. Ich werde auch dabei sein. Wir suchen aktuell Unterstützer für alleinreisende junge Männer und neu angekommene Familien. Wer sich vorstellen kann sich einmal die Woche mit einem oder mehreren Bewohnern/-innen zu treffen, zum deutsch sprechen, zur Freizeitgestaltung und/oder Unterstützung im Alltag, kann sich gerne bei mir oder der Patengruppe (Patenschaften@initiative-iwf.de) melden.

Am diesem Sonntag 28.8 findet von 16-18Uhr das Sonntagscafé der Freien Altenarbeit im Blauen Salon statt. Eine nette Gelegenheit um mit Bewohnern in Kontakt zu kommen.”

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Einladung “Cross Culture – Göttingen”

Regionales InterKulturForum des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur
in Kooperation mit dem Kulturzentrum musa
 
Zunehmende Internationalisierung, weltweite Migration und Fragen zur Transkulturalität stehen aktuell im Fokus der gesellschaftspolitischen Diskussion. Ob neu zugewandert oder alteingesessen, ob mit oder ohne Migrationsbiografie – Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen verändern die Gesellschaft. Interkulturelle Öffnung heißt immer auch, Routinen zu unterbrechen und institutionelle Rituale zu verändern. Wie der Kulturbetrieb mit diesen Veränderungen umgeht und sich den damit verbundenen Herausforderungen stellt, soll am 07.September 2016 mit Experten aus Kultur, Migration und Wissenschaft sowie Künstlerinnen und Künstlern in Göttingen diskutiert werden. Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur und das Kulturzentrum musa laden herzlich zum “Cross Culture”-Thementag ein.
 Weitere Informationen finden Sie im Tagungsflyer: MWK_CCulture_G_5-2
Anmeldung bitte bis zum 02. September 2016 unter der E-Mail-Adresse: kek@mwk.niedersachsen.de .

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Bericht zum Treffen im Westadtzentrum

Am 16.08. trafen sich auf Einladung der AG Begegnungsorte ExpertInnen und Interessierte, Haupt- und Ehrenamtliche im Weststadtzentrum, um über aktuelle Anliegen in der Göttinger Flüchtlingsarbeit zu berichten und das Thema aus mehreren Perspektiven zu beleuchten.

Am Beginn begrüßte Dr. Karl Gebauer die TeilnehmerInnen und erläuterte kurz, weshalb die AG Begegnungsorte das Treffen für notwendig hielt. Jüngst hätten die Probleme im sogenannten Weißen Haus, das seit einiger Zeit als Unterkunft speziell für Frauen und Kinder bereitsteht, erneut die Wichtigkeit von offener und lösungsorientierter Kommunikation zwischen der Verwaltung, hauptamtlichen SozialarbeiterInnen und ehrenamtlichen HelferInnen aufgezeigt. Die Verhältnisse, die den Unmut der BewohnerInnen und HelferInnen provoziert hatten, wurden inzwischen abgestellt. Ein Sicherheitsdienst ist beauftragt und Ehrenamtliche dürfen ihrer Freiwilligenarbeit im Haus nachgehen. Kommunikationsbereitschaft aller Beteiligten sei daher eine Grundvoraussetzung für ein tragfähiges Konzept in der Flüchtlingsarbeit in Göttingen im Allgemeinen und in der Weststadt im Besonderen.

Dietmar Linne von der Beschäftigungsförderung referierte zur besseren Einordnung die Geschichte der Sozialarbeit in der Weststadt und des Weststadtzentrums und nannte schlaglichtartig einige Begebenheiten aus den 1980er und 1990er Jahren. Daraus sei abzuleiten, dass Göttingen und die Weststadt schon schwierige soziale Situationen erlebt und gemeistert hätten, daher sei davon auszugehen, dass auch künftige Herausforderungen bewältigt werden könnten. Wichtig sei  es vor allem, Ziele und Visionen der Sozialarbeit zu formulieren und alle AkteurInnen ernst zu nehmen und in die Abläufe zu integrieren. Darüber lerne man immer mehr, so dass Flüchtlingsarbeit heute auch in einer anderen Form praktiziert werde als in den vergangen Jahrzehnten. Orientierung, Hilfe und Partizipation seien heute wichtige Prämissen. Zur Frauensozialarbeit in der Weststadt gehörten demnach niedrigschwellige Angebote der gemeinsamen Freizeitgestaltung, die eine sprachliche Weiterentwicklung befördern sollen, so dass berufliche Qualifizierungen der Migrantinnen und weiblichen Geflüchteten in späteren Integrationsphasen angestrebt werden könnten. Hierbei spielten Angebote der Kinderbetreuung eine wichtigere Rolle, als man es früher begriffen habe. Daher werde u.a. dieser Punkt inzwischen stärker berücksichtigt. In Bezug auf das Weiße Haus lobte er, dass die Stadt eine Renovierung der Räume vorgenommen, die Beschäftigungsförderung den Auftrag für die Betreuung der Frauen erhalten habe und Ehrenamtliche in die Arbeit eingebunden würden. Weiterhin sei erfreulich, dass ein Dolmetscherdienst für die Flüchtlingsarbeit in ganz Göttingen mit 14 SprecherInnen relevanter Sprachen aufgebaut werde. Die Qualifizierung der DolmetscherInnen würde durch Mittel nach SGB II gefördert.

Auf die Wortmeldung von Khosrow Djahangiri (Vorstandsmitglied der Zukunfts-Werkstatt), dass die jahrelange Erfahrung dieser Einrichtung in Bezug auf Sprach- und Integrationskurse und -angebote nicht wahrgenommen und erfragt werde, antwortete Linne, dass die Zusammenarbeit zwischen Beschäftigungsförderung und Zukunftswerkstatt verbessert werden solle.

Prof. Dr. Sabine Hess vom Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Universität Göttingen, berichtete von Reisen, die sie und ihre MitarbeiterInnen im Rahmen eines Forschungsprojektes nach Serbien und in die Türkei unternahmen. Die Fritz-Thyssen-Stiftung fördert dieses Projekt, das Erkenntnisse darüber liefern soll, welche sozialen Auswirkungen die Schließung der sogenannten Balkanroute mit sich bringt. In ihrem Kurzvortrag verglich sie unter anderem die Unterbringungssituation Geflüchteter in Serbien mit denen hier vor Ort in Göttingen. Ein Eindruck sei, dass in den serbischen Einrichtungen zum Teil hohe Standards für die Unterbringung (besonders von Frauen und Kindern) umgesetzt worden seien, die in Niedersachsen noch nicht erreicht seien. Sie berichtete von UNHCR-zertifizierten Unterkünften, die nach den Bedürfnissen von Frauen und Kindern konzipiert seien. Diese Standards seien auch geboten, denn ihrer Beobachtung nach, seien inzwischen 60 % der Geflüchteten an den Außengrenzen Frauen und Kinder. Flüchtlingseinrichtungen auch andernorts in Europa müssten also auf diese Gruppen mit ihren speziellen Bedürfnissen vorbereitet sein. Weiterhin habe sie aus Gesprächen mit geflüchteten Frauen erfahren, dass Gruppen oder Verbünde aus mehreren Familien und Einzelpersonen als Schutz gegen die vielfältigen Fluchtgefahren dienen. Diese Netzwerke gäben die Frauen nach der Flucht ungern auf, weil sie sich als hilfreich und den Alltag stabilisierend erwiesen hätten. Dies müsse bei der Unterbringung von Neuankommenden durch SozialarbeiterInnen in Erfahrung gebracht und berücksichtigt werden. Flexible Konzepte für unterschiedliche Bedürfnisse, Mitsprache und Mitgestaltung durch die Geflüchteten sollten Prämissen der kommunalen Flüchtlingsarbeit sein.

Über die Arbeit mit geflüchteten Frauen in einer anderen Göttinger Einrichtung, dem ehemaligen IWF am Nonnenstieg, berichtete Conny Hiller von der Betreibergesellschaft Bonveno. Auch sie habe Frauen getroffen, die die Möglichkeit in einer reinen Frauen- und Kindereinrichtung wie dem Weißen Haus zu wohnen, nicht nutzen wollten. Sie vermutet, dass das an den von Frau Hess vorgetragenen Gründen liegt. Frauennetzwerke, die sich gefunden hätten, bieten auch in einer Umgebung mit anderen Geflüchteten Orientierung und Schutz. Außerdem wollten viele, die einmal in eine Einrichtung eingezogen seien, die gerade erkundete Umgebung und die Kontakte zu MitarbeiterInnen und Ehrenamtlichen nicht wieder aufgeben. Doch um die Bedingungen im IWF für Frauen weiter zu verbessern, müssten noch einige räumlich-organisatorische Veränderungen stattfinden. Dies sei in vielen Fällen eine Frage der individuellen Erfahrungen und Gegebenheiten jeder einzelnen Einrichtung. In Bezug auf eine professionelle oder behördliche Handreichung für alle Unterkünfte verwies sie auf ein neues Konzeptpapier des Bundesministeriums für Frauen, Familien, Senioren und Jugend, welches Mindeststandards erarbeitet hätte. 25 Einrichtungen bundesweit nähmen an einem Modellversuch teil, darunter das IWF in Göttingen. Die vom Ministerium in Kooperation mit UNICEF und anderen Verbänden formulierten Standards seien dabei aber lediglich als Leitlinien, nicht als Verordnungen oder gar Gesetze zu verstehen. Dabei handelt es sich – kurz dargestellt – um Schutzkonzepte, die mit BewohnerInnen, MitarbeiterInnen und Sicherheitsdiensten entwickelt werden sollten, um ein verbessertes Personalmanagement seitens der BetreiberInnen der Einrichtungen (Konflikttraining, Verhaltenskodex), um strukturelle interne Normen und Angebote wie Hausordnungen, Beschwerdestellen und Hilfsangebote, um ein klares Konzept im Umgang mit Gewalt und Gefährdungssituationen, um bauliche Maßnahmen (getrennte, abschließbare Sanitäreinrichtungen, Rückzugsräume, kinderfreundliche Räume, Vorhänge etc.), und um eine Kontrolle der Einhaltung all dieser Standards.

Birgit Sacher, Geschäftsführerin des Integrationsrates, hob hervor,  dass es wünschenswert sei, dass diese Leitlinien schnellstmöglich in allen Einrichtungen umgesetzt würden. Frau Hiller stimmte ihr zu und ergänzte, dass viele der erforderlichen Maßnahmen relativ einfach und ressourcenschonend umzusetzen seien.

Die Neuigkeit aufgreifend, dass die Stadt eine Koordinierungsstelle zur Vermittlung zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen zu schaffen plane, gab die nächste Rednerin, Yana Breindl (ebenfalls Bonveno), zu bedenken, dass es eigentlich mehrere dieser Stellen geben müsste, da der Bedarf groß sei. Sie referierte kurz die Aufgaben und Einsatzgebiete von Bonveno, um dies zu unterstreichen. Bonveno betreut ca. 500 Menschen auf den Zietenterrassen, im ehemaligen IWF-Gebäude und in der Einrichtung Europaallee. Seit Januar besteht auch noch eine ambulante Betreuung der Unterkunft in der ehemaligen Voigt-Realschule an der Bürgerstraße. Hier machen die ehrenamtlichen HelferInnen die eigentliche Integrationsarbeit. Probleme in der Vergangenheit hätten sich hauptsächlich daraus ergeben, dass eine gegenseitige Wertschätzung der und ein Verständnis für die jeweilige Arbeit von einerseits Haupt- und andererseits Ehrenamtlichen nicht sofort erreicht wurde. Sie gab zu bedenken, dass den Hauptamtlichen zu wenig Zeit für ihre vielfältigen Aufgabengebiete zugemessen werde. Die Arbeitsbelastung sei sehr hoch. Trotzdem habe man sich inzwischen einen Modus erarbeitet, in dem sowohl Ehren- als auch Hauptamtliche in der Voigt-Realschule gut zusammenarbeiten könnten.

Diese Einschätzung teilten auch die VertreterInnen der Ehrenämtler auf eine Frage aus dem Team der AG Begegnungsorte von Göttingen hilft, ob die Konflikte dort denn endgültig beigelegt seien.

Als letzter Redner des Abends kam Stadtrat und Dezernent Siegfried Lieske noch mal auf das Weiße Haus zu sprechen. Der von Ehrenamtlichen beklagte Zustand des Hauses und die Unterbringungssituation waren für die Stadt nicht absehbar gewesen. Die geschilderten Verhältnisse seinen nicht der Normalfall und hätten durchaus zu einem Lerneffekt auf Seiten der Verwaltung geführt. Er berichtete, dass die Stadt Göttingen das Personal im Bereich Sozialarbeit aufstocken werde. Herr Lieske beschrieb weiterhin, dass nachdem in der heißen Phase der Flüchtlingsaufnahme im letzten Jahr vorrangig eine schnelle Unterbringung aller Geflüchteten für die Stadt im Vordergrund stand, nun verstärkt über die Qualität dieser Unterbringung nachgedacht werde. Auch nach dem zuvor gehörten über die soziale Bedeutung von Gruppen und Netzwerken, möchte die Stadt jedoch von dezentralen Unterbringungen nicht abrücken. Das langfristige Ziel sei es, alle Asylsuchenden in Wohnungen unterzubringen. Für die vorläufige Nutzung von größeren Einrichtungen habe man sich aber beispielsweise im Schützenanger, den bisherigen Erfahrungen entsprechend, für eine Mischunterbringung aus Familien und alleinstehenden Männer entschieden, da diese Wohnform integrierend und als soziales Korrektiv wirkt.

Auf Herrn Lieskes Bericht folgten erwartungsgemäß zahlreiche Wortmeldungen der Anwesenden. Die erste kam von Anne Wagner, AG Begegnungsorte, die die mangelnde Wohnlichkeit des Gebäudes am Schützenanger beklagte. Eine eigene Raumgestaltung durch die BewohnerInnen sei nicht nur nicht möglich, sondern teilweise auch explizit untersagt (z.B. Nägel in den Wänden, um Bilder aufzuhängen). Auch gewohnte kulturelle Praxen auszuleben, wie beispielsweise auf dem Boden zu sitzen oder eigenes Brot zu backen, ginge nicht, da es keine Teppiche und keinen Ofen gäbe. Herr Lieske konnte hier beruhigen und vermelden, dass diese Umstände demnächst behoben werden würden.

Das Thema Wohn- und Lebensformen noch einmal aufgreifend, kritisierte Frau Hiller, die Fixierung auf dezentrale Unterbringungen seitens der Stadt. Es müssten vielmehr graduelle Übergänge von sozialen Wohnformen für die Menschen möglich gemacht werden. Hieran anknüpfend forderte Sascha Schießl (ehrenamtl. Helferteam Voigtschule) eindringlich, dass die interkulturelle Kompetenz der städtischen SachbearbeiterInnen erhöht werden müsse, da es kürzlich zu sehr unverständlichen Raumbelegungsvorgaben gekommen sei, die nicht zuletzt schwangere Frauen in große Bedrängnis gebracht hätten. Herr Lieske fand diesen Wunsch nach humanen Fallentscheidungen nur allzu verständlich und kündigte an, dass diese Themen verwaltungsintern besprochen werden würden.

Jawed Yazdani, Mitarbeiter der Einrichtung am Nonnenstieg (ehem. IWF) erinnerte daran, dass aus den Fehlern der letzten Jahrzehnte in puncto Flüchtlingsarbeit gelernt worden sei. Ein Schlüssel zur erfolgreichen Integration seien Geduld und eine allseitige Bereitschaft zum kulturellen Entgegenkommen.

Karl Gebauer beschloss das Treffen, indem er noch einmal die große Bereitschaft zur Zusammenarbeit aller AkteurInnen hervorhob. Vieles gelinge schon gut, vieles sei auf den Weg gebracht. Göttingen sei eine Stadt, die aufnahmebereit und aufnahmeerprobt sei und Geflüchteten größtenteils ein sicheres Leben biete.

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Treffen der „AG Begegnungsorte“

NB: Aktualisierung von Ort und Tagesordnung der Veranstaltung!!

 

Die Begegnungsorte haben sich als eine hilfreiche Einrichtung erwiesen. Inzwischen haben sich viele Kontakte ergeben, viele Alltagsprobleme konnten erörtert, manche auch gelöst werden. Die AG würde sich daher sehr freuen, wenn sie weitere Göttingerinnen und Göttinger für die Mitarbeit gewinnen könnte.

Das betrifft das Frühstück für Frauen und das Café der Begegnung

Beim kommenden Treffen am 16.08., 19.00 Uhr, Weststadtzentrum, Pfalz-Grona-Breite 84 wird der Fokus auf der Weststadt liegen. Wir freuen uns, dass wir kompetente Referentinnen und Referenten gewinnen konnten.

 Diskussionspunkte:

  1. Warum ein Konzept für die Weststadt so wichtig ist; Dr. Karl Gebauer
  2. Weststadtkonzept und erforderliche Rahmenbedingungen; Dietmar Linne
  3. Bedingungen für die Unterbringung geflüchteter Frauen; Prof. Dr. Sabine Hess & Johanna Elle, MA
  4. Mindeststandards zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und Frauen in Flüchtlingsunterkünften* Conny Hiller (Bonveno)
  5. Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen in Flüchtlingsunterkünften; Yana Breindl (Bonveno)
  6. Konzept der Stadt Göttingen für die Unterbringung von geflüchteten Menschen: Siegfried Lieske, Dezernat B, Stadt Göttingen
  7. Verschiedenes

—-

* Eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und UNICEF

http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung,did=226884.html

AG Begegnungsorte

Karl Gebauer

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“Licht und Feuer” am Haus der Kulturen

6a057811-34c5-44ef-acf4-843f94936935Unter dem Motto “Licht und Feuer” lädt das Haus der Kulturen am Samstag, 6. August, ab 15 Uhr zum Sommerfest im Hagenweg. Neben kulturellen Beiträgen aus Kamerun, Russland, Peru, Mexiko, Chile, Kurdistan und Syrien gibt es auch verschiedene Aktionen für Kinder und eine Fahrradverlosung. Für Live-Musik mit internationalen Klängen und ein vielfältiges kulinarisches Angebot ist ebenfalls gesorgt – und wer sich gerne im Schachspiel messen möchte, kann es beim Simultanspiel mit einem Profi aufnehmen. Alle weiteren Infos im nebenstehenden Flyer.

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Tea Time International

Das Tea Time-Team lädt Sie herzlich ein zur 7. “Tea Time International” am Samstag, den 9. Juli, um 16 Uhr im Gemeindesaal und Hof von St. Michael Kurze Straße 13-14! Neben den persönlichen Begegnungen steht diesmal das Thema im Mittelpunkt, wie einheimische und geflüchtete Muslime den Ramadan begangen und das Fastenbrechen gefeiert haben. Dazu haben wir ein Gespräch mit Dr. Kamal Sido, Historiker, Orientalist, Nahost-Referent von der Gesellschaft für bedrohte Völker Göttingen-Berlin, aus Syrien seit 1990 in Deutschland und Christine und Prof. Dr. Heinrich Detering.

Special guests sind diesmal:

Hans Kaul, Pianist, Deutsches Theater, boat people projekt mit

Balin Abbas, Sänger und Gitarrist aus dem Irak

Es gibt Musik und Interviews, gute Stimmung und Gespräche in allen Sprachen. In offener Atmoshäre begegnen sich Flüchtlinge und Göttinger. Neue und alte Freunde kommen zusammen, es entstehen Kontakte und Verabredungen zur Deutsch-Konversation, und, und, und …

Kontakt:

Annabel Konermann

vom Tea Time Team

0551-999 77 237

www.find-friends-find-work.de

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Neue Infoveranstaltung zu Patenschaften!

Sie wollen Flüchtlinge bei der Ankunft in Göttingen unterstützen? Sie haben mindestens einmal die Woche Zeit und Lust, um mit einer Einzelperson, in einer Kleingruppe oder mit einer Familie etwas zu unternehmen? Durch den persönlichen Kontakt stärken Sie die Neuankömmlinge und helfen Ihnen sich in der Stadt zurecht zu finden. Sie wollen Pate/-in werden oder begleiten seit kurzem einen Bewohner?

Wir laden Sie herzlich ein am Donnerstag 30.6. um 18Uhr in die Flüchtlingsunterkunft am Nonnenstieg 72 (Blauer Salon) für einen gemeinsamen Erfahrungsaustausch zum Thema Patenschaften. Folgende Fragen stehen im Fokus: Wie kann ich helfen? Was beinhaltet eine Patenschaft? Wie sieht die Vermittlung aus? Wie kann ich mit den Bewohner/-innen kommunizieren? Welche Form von Unterstützung brauchen Paten selbst? Die Kolleginnen vom Migrationszentrum (Projekt „Sei Willkommen“) sowie Ehrenamtliche und freiwillige Helfer/-innen, die bereits Bewohner/-innen begleiten, berichten von Ihren Erfahrungen. Im Anschluss wird es Zeit für Fragen und Anregungen geben.

Patenschaften sind so vielseitig wie die Paten und die Bewohner/-innen selbst. Die Bonveno gGmbH und die Caritas Göttingen vermitteln den Erstkontakt und Sie entscheiden selbst inwieweit Sie sich engagieren möchten, was Sie gemeinsam unternehmen und wie oft Sie sich treffen. Ob zum Deutschlernen, Freizeitgestaltung, gemeinsamem Kochen, Unterstützung bei der Wohnungssuche oder Begleitungen zu Behördengängen und Arztterminen, Paten können Geflüchteten bei der Bewerkstelligung des Alltags in vielseitiger Hinsicht Orientierung bieten. Darüber hinaus stehen unsere Ehrenamtskoordinatorinnen für alle weiteren Fragen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Egal in welcher Unterkunft Sie aktiv werden wollen (oder bereits sind), die Mitarbeiterinnen von Bonveno und Caritas freuen sich auf Sie!

Kontakt:

Yana Breindl                                                                                    Katharina Kohlrautz

Bonveno – Koordination Ehrenamt                                       Caritas Göttingen – Projektleitung

Nonnenstieg 72, 37075 Göttingen                                          Godehardstraße 18, 37081 Göttingen

Tel.: 176 620 497 35                                                                       Tel.: 01512/6557689

E-Mail: y.breindl@bonveno-goettingen.de                       E-Mail:  kohlrautz@caritas-goettingen.de

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Die Caritas sucht PatInnen für Flüchtlinge

Für das Projekt „Pate werden – Flüchtlingen helfen“ sucht die Caritas Menschen, die Flüchtlinge in deren Alltag unterstützen und begleiten.
Die Paten können beispielsweise beim Einkaufen helfen und mit den Flüchtlingen Freizeitaktivitäten unternehmen. Auch Unterstützung bei Amtsvorgängen oder Orientierung in der Umgebung der Unterkünfte ist gefragt. Einzelpersonen oder Familien, die bereit sind eine Patenschaft zu übernehmen, können sich per E-Mail: Kohlrautz@caritas-goettingen.de oder unter Telefon: 05 51 / 9 99 59-16 bei der Projektverantwortlichen Katharina Kohlrautz melden.

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Im Sommer Deutsch lernen?! Learning German in summer?!

JA – mit Conquer Babel!

Wo? AstA Uni Göttingen, Goßlerstraße 16

Bus: 91/92 Campus, 21/22/23 Blauer Turm

Einstufutungstest: Montag, 27. Juni, 12-14 Uhr

Start: Montag, 4. Juli

Kontakt: educonquerbabel@gmail.com

Büro im AstA: Dienstag + Donnerstag, 16-20 Uhr

Wir freuen uns auf euch!

 

YES – at Conquer Babel!

Where? AstA Uni Göttingen, Goßlerstraße 16

Bus: 91/92 Campus, 21/22/23 Blauer Turm

Placement test: Monday, June 27, time:12-14

Start: Monday, July 4

Contact: educonquerbabel@gmail.com

Office hours in AstA: Tuesday + Thursday, 4-8 pm

We’re looking forward to meeting you!

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Dolmetscherfortbildung für Ehrenamtliche im psychiatrisch/psychotherapeutischen Bereich

Für ehrenamtliche Dolmetscher, die im psychiatrisch/psychotherapeutischen Bereich tätig sind oder sein wollen, bieten das Asklepios Fachklinikum eine Dolmetscherfortbildung an. Es geht hierbei nicht um Fachbegriffe, sondern um die besondere Dolmetschsituation. Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt.

Wo: Asklepios Fachklinikum Göttingen in der Institutsambulanz, Rosdorfer Weg 70, 37081 Göttingen
Wann: Montag, den 06.06.2016 von 15 bis 19 Uhr

KEINE Teilnehmergebühr!

Bitte nur  verbindliche Anmeldungen, weil begrenzte Plätze!

Anmeldungen mit Namen, Rufnummer, Email und gesprochenen Sprachen bitte per Email an Frau Sander, Sozialdienst der psychiatrischen Institutsambulanz Asklepios Göttingen: ma.sander@asklepios.com

Anmeldebestätigung erfolgen per Email.

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Der Auszug in Weende – ein persönlicher Erfahrungsbericht aus Freiwilligensicht

Am Montagabend hatte die Verwaltung in einem sehr offenen und konstruktiven Gespräch mit Helfern der Unterkünfte in Weende und im Hagenweg ihre Pläne vorgestellt.

Die Verwaltung berichtete, die Weender Bewohner würden bereits am Dienstagmorgen aus dem Haus ausziehen. Sie hätten alle bereits ihre Kleidung und sonstige Wertgegenstände bei der Schädlingsbekämpfungsfirma zur Benebelung abgegeben um diese dann am Dienstag nach dem Auszug gereinigt entgegennehmen zu können.

Man hat in den letzten Tagen im Hintergrund sehr viel auf Seiten von Stadt und Bonveno gearbeitet und für viele Bewohner akzeptable Lösung finden können. Die Helfer vor Ort aus der Flüchtlingshilfe Weende haben zwar mit einer gewissen Skepsis dies begleitet, aber grundlegend das Verfahren akzeptiert und unterstützt. Es wurde aber deutlich gesagt, dass die Bewohner keinesfalls freiwillig ausziehen möchten, es aber mangels Alternativen für sie keine andere Wahl mehr gibt.

Ein Teil der Bewohner zieht wie angekündigt auf die Siekhöhe, einige andere besondere Fälle haben einen Platz im IWF bekommen. Viele von ihnen bekommen in den nächsten Wochen Wohnungen durch die Stadt zu gewiesen. Hauptsächlich in der neuen Unterkunft Schützenanger.

Am Dienstag war die Situation dann leider doch nicht so wie am Montagabend erhofft. Im Gegenteil sogar: Die Situation vor Ort war sehr schwierig. Ich fuhr als Vertreter von Göttingen hilft durch einen Hinweis am Dienstagmorgen zum Haus in Weende. Beim Eintreffen kam gerade der Notarzt, da ein Bewohner mit Herzproblemen die gesamte Situation nicht bewältigen konnte. Vor dem Haus waren circa 30 Menschen – mutmaßlich aus der linken Szene. Sie blockierten den Eingang des Hauses, damit niemand in das Haus gehen konnte.  Ein inhaltliches Gespräch mit Ihnen war nicht möglich. Die Polizei war mit mehreren Einsatzkräften vor Ort.

Die freiwilligen Helfer vor Ort, die monatelang die Menschen dort unterstützten, hatten bereits in den letzten Tagen mit den Bewohnern alles soweit vorbereitet und den anstehenden Umzug mangels Alternativen unterstützt. Montagabend noch waren sie nach dem oben erwähnten Gespräch mit der Stadt zum vorerst letzten gemeinsamen Abendessen in der Großen Breite und haben mit den Bewohnern über die Ergebnisse des Treffens und den Umzug am nächsten Tag gesprochen.

Leider war zu dem Zeitpunkt als ich für Göttingen hilft am Dienstag vor Ort eintraf keiner der eigentlichen aktiven Helfer der Flüchtlingshilfe Weende anwesend, da sie arbeiten mussten. Es muss hier klar differenziert werden zwischen den “Blockierern” und den Helfern der Flüchtlingshilfe Weende vor Ort.

Von Seiten der Stadt waren Herr Lieske und eine Mitarbeiterin aus dem Sozialamt vor Ort, sowie die städtische Sozialarbeiterin und mehrere Hausmeister. Von Seiten Bonvenos waren die bisher in dem Haus tätigen Mitarbeiter anwesend und kümmerten sich engagiert um die Bewohner.

Herrn Lieske als Dezernent der Stadt Göttingen wurde der Zutritt zum Gebäude durch die “Blockierer” versagt. Auch war man nicht bereit mit ihm zu reden. Einige Bewohner hatten mit Unterstützung der Stadt und der Helfer von Bonveno schon mit ihren am Abend vorher gepackten Sachen das Haus verlassen. Andere Bewohner standen noch im Eingangsbereich und den Fluren der Unterkunft mit ihren Taschen.

Da ich in den letzten Monaten über Göttingen hilft viel Kontakt mit den Helfern der Flüchtlingshilfe Weende hatte und auch einige Bewohnern kannte, versuchte ich mit den “Blockierern” zu reden – mit nicht besonders großem Erfolg. Mir wurde aber der Zugang zum Haus “gestattet” mit dem Hinweis, dass jeder das Haus verlassen könne, der gehen wolle und man niemanden festhalte. Ich bin darauf hin nach Gesprächen und auf Bitten der städtischen Sozialarbeiterin mit dieser durch einen Nebeneingang in das Haus gegangen um mit den Bewohnern selber zu reden und uns einen Überblick zu verschaffen.

Die Situation war aber insgesamt sehr schwierig, da ständig ein “Aufpasser” (so von mir empfunden) der “Blockierer” uns bei dem Versuch mit einigen Bewohnern zu reden ins Wort gefallen ist. Viele Bewohner waren sehr verunsichert. Eine menschlich schwierige Situation, die mich immer noch beschäftigt. Im Hause stellte sich heraus, dass einige Bewohner anders als von den Blockierern dargestellt jetzt ausziehen möchten. Andere allerdings schlossen dies aber tatsächlich in den ersten Gesprächen kategorisch aus. Es war in dieser Situation so gut wie nicht möglich, Gründe hierfür zu erfahren. Am vorigen Tag hatten sich noch alle mit dem Auszug arrangiert.

Wir konnten dann mit einigen Bewohnern, die von sich aus gesagt haben Sie möchten heute ausziehen, das Haus verlassen. Viele Bewohner waren aber unschlüssig ob sie auch gehen sollten. Ein paar folgten den bereits mit uns gegangen. Andere riefen gemeinsam mit einem “Blockierer” aus dem Fenster: “Wir bleiben hier!”

Die Stadt blieb insgesamt besonnen. Zwischenzeitlich wollte man zwar den Umzug schon abbrechen und nur mit einem Teil der Bewohner umziehen. Es hat sich dann aber doch die Ansicht durchgesetzt, dass es gut wäre etwas Geduld zu haben und abzuwarten, ob nicht doch alle Bewohner wie angekündigt von sich aus gehen wollen.

Es spielten sich zwischendurch immer wieder tragische Szenen unter den Bewohnern ab, da einige Bewohner gehen wollten aber anscheinend lieb gewonnene Freunde, die sie nicht im Stich lassen wollten, nicht. Viele der Bewohner fühlten sich in der Zwickmühle. Sie hatten nach intensiven Gesprächen mit den Helfern akzeptiert, dass ein temporärer Auszug aus dem Gebäude nötig ist. Nun wurden ihnen wieder Hoffnungen gemacht, dass sie doch bleiben könnten, was zu starker Verunsicherung unter den Bewohnern geführt hat. Außerdem waren sie sehr dankbar, dass sich andere Menschen so stark für ihren Wunsch nicht ausziehen zu müssen einsetzen und fühlten sich daher wohl auch den “Blockierern” gegenüber verpflichtet.

Nachdem sich die Blockade vor dem Eingang durch die Aktivisten aus irgendwelchen Gründen etwas aufgeweicht hatte, kamen weitere Bewohner mit ihren Koffern aus dem Haus. Glücklicherweise traf dann ein Mitglied der Helfer-Gruppe in Weende ein, die in dieser Situation trotz verbaler Angriffe durch die “Blockierer” zunächst alleine und anschließend gemeinsam mit der Sozialarbeiterin der Stadt mit Bewohner für Bewohner geredet hat. Eine wieder sehr schwere Situation für die betroffenen Helfer. Im Endeffekt haben alle Bewohner bis auf drei das Haus in Richtung der neuen Unterkünfte verlassen.

Ohne das gegenseitige Vertrauen und die Zusammenarbeit der Vertreter von Stadt, Bonveno und der freiwilligen Helfer der Flüchtlingshilfe Weende wäre dies an diesem Vormittag vermutlich nicht gelungen.

Die drei letzten verbleibenden Bewohner sind dann gemeinsam mit den “Blockierern”losgegangen. Man versprach ihnen sich um eine Wohnung für sie zu kümmern. Die Helfer der Flüchtlingshilfe Weende blieben aber mit den dreien in Kontakt, damit Sie gegebenenfalls in einer städtischen Unterkunft ein Dach über den Kopf bekommen, falls die “Blockierer” Ihre Zusage nicht einhalten können.

Einer der drei nahm schon am Nachmittag wieder Kontakt mit den Helfern der Flüchtlingshilfe Weende auf. Schlussendlich mussten alle drei für eine Nacht privat untergebracht werden, da ihre Hoffnungen auf Hilfe durch die “Blockierer” sich nicht erfüllen ließen. Sie sind am Mittwochmorgen dann ebenfalls zu ihren bisherigen Mitbewohnern in die neue Unterkunft auf der Siekhöhe umgezogen.

Ein persönlicher Bericht von Lars Gargulla (Göttingen hilft) und Anne Hein (Flüchtlingshilfe Weende)

 

 

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Treffen der AG „Begegnungsorte“ am 07.06. um 19.00 Uhr im Restaurant Lehmofen

Die Begegnungsorte (siehe auch Bericht: „gemeinsam essen – gemeinsam helfen“) haben sich als wichtige Treffpunkte entwickelt. Immer mehr geflüchtete Menschen nehmen das Angebot wahr. In der Zwischenzeit sind viele Kontakte entstanden und es konnte so manches Problem gelöst werden. Es zeigt sich bei jedem Treffen, wie wichtig die persönlichen Begegnungen sind. Die Treffpunkte erweisen sich als Kleinode in einer Welt, in der zwischenmenschliche Begegnungen oft so schwer sind oder auch schwer gemacht werden. Es liegt den ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen sehr daran, dass in Göttingen eine Atmosphäre des Vertrauens aufgebaut wird. So wird beim nächsten Treffen auch darüber diskutiert, wo an den Schnittstellen der Zusammenarbeit Verbesserungen geschaffen werden könnten. Das betrifft die Kooperation mit der Stadtverwaltung ebenso wie das Zusammenspiel der einzelnen Initiativen untereinander.
Das nächste Treffen findet am 07.06. um 19.00 Uhr im Restaurant Lehmofen, Angerstraße 8, statt.

Tagesordnung:

1. Kurze Berichte aus den verschiedenen Gruppen der AG-Begegnungsorte
2. Kommunikation – Kooperation und die Fallen des Alltags; Erfahrungsbericht: Lars Gargulla
3. Vorschläge zur Zusammenarbeit mit der Unterkunft auf der Siekhöhe: Lars Willmann
4. Vertrauen schaffen – Perspektiven entwickeln – kritisch bleiben. Impulsreferat: Dr. Karl Gebauer
5. Überlegungen, ob weitere Begegnungsorte in unmittelbarer Nähe von Unterkünften geschaffen werden können
6. Sonstiges

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