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Bewegung, die verbindet – ConnAction bereitet Soccer EM am 5. Juni in Weende mit vor

Ein langer Unitag neigt sich zum Ende und das sonnige Wetter lädt dazu ein, den Tag mit ein paar Freunden und kühlen Getränken ausklingen zu lassen. Im Seminarraum des Asta-Gebäudes der Uni Göttingen ist aber noch nicht daran zu denken, die Beine hochzulegen. Jeden Montag um Viertel vor sechs trifft sich hier die im Mai 2015 gegründete Hochschulgruppe ConnAction.
Von Katharina Anastasiou

Die 15 Studentinnen und Studenten verschiedener Fachrichtungen teilen vor allem eine Überzeugung: Sport verbindet – unabhängig von Kultur und Sprache. „Unsere Grundmotivation ist es, dass Flüchtlinge in ihrer Freizeit mit anderen Menschen in Kontakt kommen. Wir wollen durch ein regelmäßiges Sportangebot versuchen, Studenten und Flüchtlinge zusammenzubringen und vor allem gemeinsam Spaß zu haben“, stellt Marieke die Gruppe vor. Die 22-jährige Geschichts- und Spanischstudentin ist für die Organisation der Hochschulgruppe zuständig. Obwohl jeder seinen Aufgabenbereich hat, gibt es keine festen Strukturen. „Jeder kann seine Ideen einbringen und sie umsetzen. Das gefällt mir besonders an der Arbeit für unsere Hochschulgruppe“, erzählt die Jurastudentin Helen und greift zu den Himbeermuffins auf dem Tisch.
Obwohl die meisten schon einen langen Unitag hinter sich haben, ist die Stimmung locker. Heute geht es vor allem um die Sycor Soccer EM, die die Hochschulgruppe gemeinsam mit Kooperationspartnern organisiert. Als Vorevent zur Fußball-Europa-Meisterschaft, wird sie unter dem Motto „Wir geben InTegration ein Gesicht“ am 5. Juni 2016 in der Soccer-Arena Weende ausgetragen. Die Teams setzen sich aus Geflüchteten und Göttingern zusammen, denn auch dabei geht es darum, gemeinsam Spaß zu haben und neue Kontakte zu knüpfen. Zusätzlich wird es ein buntes Kinderprogramm geben sowie ein extra Turnier für die Kleinen. „Das ist eine echt große Sache Leute“, betont VWL-Student Tobias stolz, während er die anderen Studierenden auf den neusten Stand der Planung bringt.
Fußballbegeisterte gesucht – Krabbelgruppe geplant
Nach dem Motto „Sport durchbricht Barrieren“ organisieren die Studierenden neben einem Mannschaftstraining für die Uniliga jeden Mittwoch ein offenes Fußballspielen beim SC Weende, das von Physikstudent Niklas betreut wird: „Ich finde es cool, dass man sich auf dem Fußballplatz versteht, auch wenn verschiedene Sprachen gesprochen werden. Das Angebot wird von den Flüchtlingen gut angenommen“, erzählt der 21-jährige. „Außer für die Uniliga sind die deutschen Studenten für eine regelmäßige Teilnahme allerdings oft schwer zu mobilisieren“, wirft Marieke ein, „wer also Lust hat, mal ab und zu zum Fußballspielen zu kommen oder bei unserer Gruppe mitmachen möchte ist immer willkommen!“ Dass die Gruppe momentan nur Fußball anbietet, liegt an den vielen männlichen Flüchtlingen. Hinzukommt, dass es in ihren jeweiligen Kulturen unüblich ist, wenn Männer und Frauen zusammen Sport machen.
Um mit Frauen und Kindern mehr in Kontakt zu kommen, planen die Studierenden derzeit eine Krabbelgruppe, in der sich sowohl Flüchtlings- als auch deutsche Familien treffen und austauschen können. „Das ist unser nächstes großes Projekt“, erklärt Marieke, „bei ConnAction ist im wahrsten Sinne des Wortes immer alles in Bewegung“.

Kontakt zu ConnAction über die Homepage:
http://www.connaction-goettingen.de

 

Der Text entstand als Übungsreportage im Kurs »Journalistische Praxis: Printmedien« der Zentralen Einrichtung für Sprachen und Schlüsselqualifikationen an der Georg-August-Universität Göttingen.

Alle Beiträge der Reihe:
Bewegung, die verbindet (25. Mai)
Gemeinsam essen – gemeinsam helfen (30. Mai)
Willkommen am Klausberg! (14. Juni)